Themenwelt Führung

Provisionierung – Planung, Aufbau u. Einführung

Ein gut gemachtes Provisionssystem ist das wirkungsvollste Steuerungsinstrument im Vertrieb — und gleichzeitig das am häufigsten falsch aufgebaute. Diese Schulung vermittelt das vollständige Handwerkszeug für Planung, Aufbau und Einführung variabler Vergütungsmodelle: von der Ableitung der Ziele aus der Unternehmensstrategie über die Konstruktio...

Dauer
1 Tag
Format
Workshop
Durchführung
Präsenz
Gruppe
3–10 TN

TRAINING-STECKBRIEF

Titel: Provisionierung — Planung, Aufbau u. Einführung Kategorie: Sales Architecture 360° | Vertriebssteuerung und Vergütungsmanagement Niveau: Grundlagen bis Aufbau Zielgruppe: Vertriebsleiter, Geschäftsführer, HR-Verantwortliche und alle, die ein variables Vergütungssystem neu einführen, reformieren oder auf eine systematische Grundlage stellen wollen Dauer: 8,5 Stunden Netto-Schulungszeit (Pausen nicht eingerechnet) Format: Präsenzschulung | konzeptionell mit Berechnungsübungen und eigenem Vergütungsmodell | optional mit KI-Booster

WARUM DIESES TRAINING?

Viele Unternehmen zahlen Provision — aber wenige zahlen sie so, dass sie wirklich steuern. Die Provision wird historisch gewachsen, unreflektiert verlängert oder als reines Incentive verstanden. Das Ergebnis: Vertriebsmitarbeitende optimieren das, was provisioniert wird — nicht das, was das Unternehmen braucht. Ziele existieren auf Papier, aber nicht in den Köpfen. Und bei jeder Gehaltsrunde bricht dieselbe Diskussion auf, weil das System als ungerecht oder undurchschaubar empfunden wird.

Dabei ist ein professionell konstruiertes Vergütungssystem das wirkungsvollste Führungsinstrument im Vertrieb. Es übersetzt Unternehmensstrategie in individuelle Verhaltensanreize. Es lenkt Energie auf das Richtige. Es macht Leistung sichtbar und honorierbar — und es schafft die Voraussetzung dafür, dass Führungskräfte auf Basis objektiver Kriterien führen statt auf Basis von Bauchgefühl.

Dieses Seminar gibt die Grundlage für dieses Führungsinstrument: strukturiert, praxistauglich und direkt auf das eigene Unternehmen anwendbar.

LERNZIELE

Nach dieser Schulung können die Teilnehmer:

  • erklären, warum ein Vergütungssystem Teil des Führungs- und Steuerungssystems ist — und nicht nur ein Einkommensbaustein
  • Unternehmensziele über eine Zielkaskade auf Bereiche, Teams und einzelne Mitarbeitende herunterbrechen
  • operative Ziele (Umsatz, Deckungsbeitrag, Angebotsquoten), strategische Ziele (Neukunden, Marktsegmente, Produktziele) und Aktivitäts- oder Maßnahmenziele (vorgelagerte Aktivitäten, Punktesysteme) voneinander unterscheiden und sinnvoll kombinieren
  • Ziele nach dem SMART-Prinzip formulieren: spezifisch, messbar, erreichbar, realistisch, zeitlich begrenzt — mit konkreten Praxisbeispielen aus dem Vertrieb
  • den Unterschied zwischen Zielvereinbarung und Zielvorgabe einordnen und die richtige Wahl für das eigene Unternehmen treffen
  • harte (zählbare und messbare) Vergütungskriterien mit weichen (verhaltens- und kompetenzbasierten) Kriterien kombinieren — und die Gewichtung begründen
  • variable Einkommensanteile nach Mitarbeitergruppe realistisch ansetzen (Richtwerte: Außendienst 20 bis 40 %, Innendienst 15 bis 25 %, Teamleiter 15 bis 25 %, weitere Gruppen nach Tabelle)
  • die Struktur des Zielgehalts aufbauen: Fixanteil, variabler Anteil, Bonuskomponente (additiv) — mit Verteilungslogik und Gewichtung der Einzelziele
  • mehrere Zieldimensionen additiv oder multiplikativ verknüpfen und die Konsequenzen beider Ansätze für Auszahlung und Steuerung bewerten
  • ein erstes, auf das eigene Unternehmen zugeschnittenes Vergütungsmodell skizzieren: Ziele, Gewichtungen, Auszahlungslogik, Berechnungsbeispiel
  • die Einführung eines neuen Vergütungsmodells vorbereiten: arbeitsrechtliche Grundfragen, Kommunikationsstrategie, Einbindung der Mitarbeitenden

INHALTE

MODUL 1: Vergütung als Führungsinstrument — Grundlagen und Prinzipien

Leistungsorientierte Vergütung ist kein Gehaltsbaustein — sie ist ein Instrument der Unternehmenssteuerung. Das Modul legt das Fundament: Warum brauchen Mitarbei- tende klare Ziele, um motiviert zu handeln? Was passiert in Unternehmen ohne Ziel- system? Welche Rolle spielt das Vergütungssystem im Gesamtgefüge aus Strategie, Organisation, Führung, Controlling und Kultur? Und welche fünf Grundprinzipien muss jedes professionelle Provisionssystem erfüllen — Strategiebezug, Einfachheit, Transparenz, Abstimmung der Faktoren und Steuerungswirkung? Die Teilnehmer reflek- tieren ihr bestehendes System (oder das Fehlen eines solchen) gegen diese Kriterien.

MODUL 2: Ziele setzen und kaskadieren — Von der Strategie zum Mitarbeiterziel

Gute Vergütungsziele entstehen nicht im Personalbereich — sie entstehen aus der Unternehmensstrategie. Das Modul vermittelt das Prinzip der Zielkaskade: Aus der strategischen Stoßrichtung werden operative Unternehmensziele des laufenden Jahres abgeleitet. Diese werden auf Bereiche, Abteilungen und Teams heruntergebrochen, bis der einzelne Mitarbeitende weiß, welchen Deckungsbeitrag er beisteuern muss, welche Kunden er entwickeln soll und welche Produkte zu forcieren sind. Ergebnis: Individuelle Ziele, die in einem direkten Zusammenhang mit dem Unternehmenserfolg stehen — und die genau deshalb motivieren. Eingeschlossen: Wie Etappenziele, Soll/Ist-Vergleiche und Abweichungsanalysen die unterjährige Steuerung sichern.

MODUL 3: Zielarten — Operativ, strategisch, aktivitätsbezogen

Kein Unternehmen verfolgt nur ein Ziel — und das Vergütungssystem sollte das abbilden. Das Modul unterscheidet drei Zielarten: Operative Ziele betreffen das laufende Geschäft (Deckungsbeitrag, Umsatz, Angebotsquoten, Durchlaufzeiten, Teamziele). Strategische Ziele stellen Weichen für die Zukunft (Neukunden, Ausbau wichtiger Accounts, neue Marktsegmente, Produktforcierung). Aktivitäts- und Maßnahmenziele vergüten vorgelagerte Handlungen, die sich erst im Folgejahr als Ergebnisse zeigen (Kundenkontakte, Präsentationen, CRM-Datenpflege, Besuche) — häufig über ein Punktesystem. Die Teilnehmer erarbeiten, welche Kombination für ihre eigene Vertriebsrealität am sinnvollsten ist.

MODUL 4: Zielformulierung nach SMART — und die Frage: Vereinbarung oder Vorgabe?

Ein Ziel, das nicht präzise formuliert ist, kann nicht zur Steuerung beitragen. Das Modul vermittelt das SMART-Prinzip in der Vertriebspraxis: Specific (spezi- fisch), Measurable (messbar), Achievable (erreichbar), Realistic (realistisch), Timely (zeitlich begrenzt). Anhand konkreter Beispiele aus dem Außen- und Innen- dienst werden fehlerhafte Zielformulierungen analysiert und in SMART-konforme Ziele umgebaut. Zweites Thema: Zielvereinbarung vs. Zielvorgabe. Was sind die Vor- und Nachteile beider Ansätze? Unter welchen Bedingungen wird welcher Ansatz gewählt? Und wie geht man mit der Befürchtung um, Mitarbeitende würden bei der Zielplanung zu tief ansetzen? Das Modul gibt hierzu klare Handlungsempfehlungen.

MODUL 5: Harte und weiche Vergütungskriterien — Leistungsmaßstäbe richtig definieren

Gut gemachte Vergütungssysteme kombinieren messbare Ergebnisziele mit verhaltens- und kompetenzbasierten Kriterien. Das Modul erläutert den Unterschied: Harte Kri- terien (Umsatz, Deckungsbeitrag, Neukundenanzahl) decken den Erfolg von heute ab. Weiche Kriterien (CRM-Pflege, Zusammenarbeit, Produktkenntnisse, Flexibilität) sichern die Grundlage für den Erfolg von morgen. Beide haben einen Platz im Sys- tem — aber mit unterschiedlicher Gewichtung. Die Teilnehmer erarbeiten eine erste Kriterienliste für ihr eigenes Unternehmen und diskutieren, wie weiche Kriterien operationalisiert (also messbar oder zumindest beurteilbar gemacht) werden können.

MODUL 6: Variable Einkommensanteile und Zielgehalt — Struktur und Gewichtung

Wie hoch sollte der variable Anteil sein? Das Modul gibt Orientierungswerte nach Mitarbeitergruppen (Außendienst 20 bis 40 %, Gebietsverkaufsleiter 20 bis 30 %, Innendienst-Verkäufer 15 bis 25 %, Sachbearbeiter Innendienst 15 bis 20 %, Telefonservice 10 bis 15 %, andere Mitarbeitende 5 bis 10 %) und erläutert, welche Faktoren die konkrete Wahl im eigenen Unternehmen bestimmen. Außerdem: Wie ist das Zielgehalt aufgebaut? Fixanteil plus variabler Anteil ergibt das Zielgehalt — der Bonus wirkt additiv und ist kein Bestandteil des Zielgehalts. Der variable Anteil wird auf die Einzelziele verteilt und nach deren strategischer Bedeutung gewichtet. Das Modul arbeitet mit einem konkreten 70/30-Berechnungsbeispiel.

MODUL 7: Das Vergütungsmodell aufbauen — Zieldimensionen verknüpfen und einführen

Im letzten Modul fügen die Teilnehmer alles zusammen: Sie wählen Zieldimensionen, legen Gewichtungen fest und entscheiden sich für eine Verknüpfungslogik. Additive Verknüpfung: Für jede Zieldimension wird ein Zielbonus festgelegt, die Summe ergibt den Gesamtbonus — einfach, transparent, gut kommunizierbar. Multiplikative Ver- knüpfung: Der Unternehmenserfolg wirkt als Multiplikator auf den Individualbonus — hohe Steuerungswirkung, aber erklärungsbedürftig. Anhand eines Praxisbeispiels (vier Ziele mit unterschiedlicher Gewichtung, 133,75 % Zielerreichung, Bonus- berechnung) wird das Modell vollständig durchgerechnet. Abschluss: Die Einführung des neuen Systems — arbeitsrechtliche Grundfragen, Kommunikationsstrategie, Umgang mit Widerständen, Empathie als Erfolgsfaktor im Einführungsprozess.

KI-BOOSTER (optional buchbar)

Die Entwicklung eines Vergütungssystems ist konzeptionell aufwendig. KI kann dabei helfen, Szenarien zu rechnen, Ziele zu formulieren und Kommunikationsstrategien vorzubereiten — und damit den Aufwand in der Planungsphase erheblich reduzieren.

Konkrete Einsatzszenarien:

  • Ziele aus Planungsdaten ableiten KI analysiert vorliegende Planungszahlen, Umsatzberichte oder strategische Prioritätenlisten und schlägt daraus konkrete, SMART-konforme Vertriebsziele für unterschiedliche Mitarbeitergruppen und Regionen vor.
  • Zielformulierungen SMART-prüfen KI bewertet vorgeschlagene Zielformulierungen gegen die fünf SMART-Kriterien, benennt konkrete Schwachstellen (z. B. fehlende Messbarkeit oder unklarer Zeitbezug) und formuliert verbesserte Alternativen.
  • Auszahlungsszenarien simulieren KI berechnet auf Basis von Zielgewichtungen und unterschiedlichen Ziel- erreichungsgraden (z. B. 60 %, 100 %, 130 %) die resultierende Bonus- auszahlung — für additive und multiplikative Verknüpfungsmodelle im Vergleich.
  • Kommunikationsstrategie für die Einführung entwickeln KI entwirft auf Basis des entwickelten Vergütungsmodells eine Kommunikations- strategie für die Einführung: Erklärungstexte für Mitarbeitende, FAQ-Dokumente für häufige Fragen, Führungskräfte-Briefings und einen Einführungsfahrplan.

Was KI nicht leistet: die arbeitsrechtliche Prüfung von Vergütungsänderungen (das ist anwaltliche Arbeit), die Verhandlung mit Mitarbeitenden und Betriebsrat, und die strategische Entscheidung, was das Unternehmen wirklich steuern will. Diese Entscheidungen liegen beim Management — KI unterstützt die Vorbereitung und Ausarbeitung, nicht den Entscheidungsakt selbst.

FORMAT UND ABLAUF

Das Seminar folgt dem didaktischen Standard der Früchtling Consulting Performance Academy (ARIVA-Methode): Jedes Modul beginnt mit einer realen Situation aus der Vertriebspraxis (typische Vergütungsfehler, Gerechtigkeitsdiskussionen, Steue- rungsversagen). Konzepte werden direkt auf das eigene Unternehmen angewendet. Am Ende des Seminars hat jeder Teilnehmer eine erste, belastbare Skizze eines Vergütungsmodells für seinen Vertrieb — mit Zielauswahl, Gewichtung, Zielgehalt- struktur und Einführungsplan.

Inbegriffen:

  • Teilnehmer-Workbook mit allen Modellen, Tabellen und Berechnungsbeispielen
  • Übersicht: Grundprinzipien moderner Vergütungsmodelle
  • Zielkaskaden-Schema (Vision bis Mitarbeiterziel)
  • Zielarten-Übersicht (operativ, strategisch, Aktivitäten)
  • SMART-Zielformulierungs-Raster mit Praxisbeispielen
  • Richtwert-Tabelle: variable Einkommensanteile nach Mitarbeitergruppen
  • Berechnungsmodell Zielgehalt (70/30-Beispiel mit Bonuslogik)
  • Verknüpfungsmodelle additiv und multiplikativ (Vergleichsrechnung)
  • Vergütungsmodell-Vorlage mit Zielbeschreibung, Gewichtung und Ergebnisfaktor
  • Einführungs-Checkliste: Arbeitsrecht, Kommunikation, Umsetzung
  • Persönliches Vergütungsmodell-Template zum Ausfüllen

Empfohlene Gruppengröße: 4 bis 10 Personen Dauer: 8,5 Stunden Netto-Schulungszeit (Pausen nicht eingerechnet)

BUCHUNG UND KONTAKT

Alle Trainings der Sales Architecture 360° sind als Inhouse-Schulung buchbar. KI-Booster auf Anfrage zubuchbar.

Früchtling Consulting | Hamburg Buchung@fruechtling-consulting.de www.fruechtling-consulting.de

Buchung & Termine

845,- €brutto pro Teilnehmer

entspricht 710,08 € netto zzgl. 19 % MwSt. (134,92 €)

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