Themenwelt Kompetenz

Entscheidungsfindung u. Entscheidungsvorlagen

Gute Entscheidungen entstehen nicht durch Zufall, sondern durch ein klares Vorgehen: Dieses Seminar vermittelt, wie Führungskräfte und Entscheider Entscheidungssituationen strukturiert analysieren, geeignete Techniken auswählen (Nutzwertanalyse, Argumentenbilanz, Entscheidungsbaum, SWOT-Analyse), typische Entscheidungsfallen vermeiden und ihre E...

Dauer
1 Tag
Format
Schulung
Durchführung
Präsenz
Gruppe
3–8 TN

TRAINING-STECKBRIEF

Titel: Entscheidungsfindung u. Entscheidungsvorlagen Kategorie: Sales Architecture 360° | Führung und Managementkompetenz Niveau: Grundlagen bis Aufbau Zielgruppe: Führungskräfte, Projektverantwortliche, Stabsstellenmitarbeitende und alle, die in ihrem Alltag regelmäßig Entscheidungen treffen, vorbereiten oder als Vorlage für andere aufbereiten müssen Dauer: 8,5 Stunden Netto-Schulungszeit (Pausen nicht eingerechnet) Format: Präsenzseminar | strukturiert mit Methodenanwendung, Fallbeispielen und Transferaufgaben | optional mit KI-Booster

WARUM DIESES TRAINING?

Entscheidungen sind das Kerngeschäft von Führungskräften. Wer gut entscheidet, führt gut. Doch in der Praxis wird Entscheiden selten gelehrt. Die Folge: Zu viele Entscheidungen entstehen aus dem Bauch heraus, ohne klare Systematik, ohne Alternativenvergleich und ohne belastbare Grundlage. Oder sie werden aus Unsicherheit immer weiter hinausgezögert, bis der Handlungsdruck sie erzwingt.

Besonders in Unternehmen und Organisationen wird das zum Problem. Hier treffen Entscheidungen nicht nur einen selbst, sie betreffen Teams, Abteilungen, Kunden und Geschäftsbeziehungen. Und sie müssen oft nicht nur getroffen, sondern auch begründet und präsentiert werden — gegenüber Vorgesetzten, Gremien oder Auftraggebern, die eine formale Entscheidungsvorlage erwarten.

Dieses Seminar gibt Führungskräften beides: eine vollständige Methodik für den Entscheidungsprozess selbst und das handwerkliche Rüstzeug für die Entscheidungsvorlage, die diesen Prozess transparent macht und zur sicheren Entscheidung einlädt.

LERNZIELE

Nach dieser Schulung können die Teilnehmer:

  • den Unterschied zwischen rationalen und intuitiven Entscheidungsprozessen erklären und einschätzen, wann welcher Ansatz sinnvoll ist
  • vor einer Entscheidung die richtigen Vorfragen klären: Was ist tatsächlich zu entscheiden? Wer darf, kann und muss entscheiden? Welche Stakeholder sind betroffen? Was sind die Ziele und Kriterien für eine gute Entscheidung?
  • Entscheidungssituationen präzise beschreiben: Ja/Nein-Entscheidungen von Wahlentscheidungen unterscheiden, den Entscheidungsspielraum bestimmen und echte Alternativen entwickeln statt nur eine Option zu rationalisieren
  • sieben Entscheidungstechniken zielgerichtet anwenden: Nutzwertanalyse, Argumentenbilanz, SWOT-Analyse, Konsequenzentabelle, Entscheidungsbaum, Investitionsrechnung und Risikoanalyse
  • das Bauchgefühl als Entscheidungsfaktor einordnen und bewusst einsetzen, ohne es unkritisch zu übernehmen
  • typische Entscheidungsfallen erkennen und vermeiden: kognitive Verzerrungen, Gruppendenken, selektive Wahrnehmung, Sunk-Cost-Fehler
  • Entscheidungen in Organisationen durchsetzen und mit Widerstand umgehen
  • eine strukturierte Entscheidungsvorlage in fünf Schritten erstellen: Auftrag besprechen und schärfen, Entscheidungssituation klären, Informationen recherchieren und aufbereiten, Lösungen und Alternativen bewerten, Vorlage schreiben und präsentieren
  • Bewertungskriterien für Lösungsalternativen aus den Unternehmenszielen ableiten und einen begründeten Entscheidungsvorschlag formulieren

INHALTE

MODUL 1: Grundlagen — Was ist eine Entscheidung und wie entstehen gute?

Eine Entscheidung hat immer bestimmte Merkmale: Sie ist einmalig und nicht umkehrbar, sie bezieht sich auf eine Auswahl zwischen Alternativen, und sie hat Konsequenzen, die nicht vollständig vorhersehbar sind. Das Modul klärt, was Entscheidungsprozesse in Unternehmen auszeichnet und warum sie sich von Alltagsentscheidungen unterscheiden. Im Mittelpunkt steht das Modell von Gerhard Roth, das Entscheidungen als Ergebnis eines fünfstufigen Prozesses beschreibt: von der Wahrnehmung der Situation über die Bewertung und Abwägung bis zur Entscheidung und ihrer Umsetzung. Gleichzeitig beleuchtet das Modul den Unterschied zwischen rational-analytischen und intuitiven Entscheidungsprozessen: Wann sind strukturierte Methoden unverzichtbar? Wann ist Erfahrungswissen der schnellere und treffsicherere Weg?

MODUL 2: Vorbereitung — Was vor der Entscheidung geklärt sein muss

Die häufigste Ursache schlechter Entscheidungen ist nicht eine falsche Wahl zwischen guten Alternativen, sondern die falsche Einschätzung der Entscheidungssituation selbst. Das Modul vermittelt ein systematisches Vorgehen für die Vorphase: Was ist der genaue Anlass für die Entscheidung? Welche Arten von Entscheidungen gibt es (Kann-, Darf-, Muss-Entscheidungen)? Wer ist überhaupt entscheidungsbefugt und wer muss einbezogen werden? Welche Stakeholder sind betroffen und wie wirkt sich das auf den Prozess aus? Zentral ist die Frage nach den Entscheidungszielen: Was soll die Entscheidung erreichen? Welche Werte des Unternehmens, welche strategischen Ziele und welche konkreten Bedarfe müssen erfüllt sein? Nur wer diese Grundlagen klärt, kann im nächsten Schritt echte Alternativen entwickeln.

MODUL 3: Die Entscheidungssituation beschreiben

Eine präzise Beschreibung der Entscheidungssituation ist die Voraussetzung für jeden weiteren Schritt. Das Modul zeigt, wie Entscheider ihre Situation klar strukturieren: Handelt es sich um eine Ja/Nein-Entscheidung oder um eine Wahl zwischen mehreren Optionen? Wie groß ist der Entscheidungsspielraum? Welche Randbedingungen und Grenzen gelten? Besonders wichtig ist die Frage nach den Alternativen: Viele Entscheidungsprozesse scheitern daran, dass nur eine Option wirklich durchdacht wird und die anderen als Kontrastfolie dienen. Das Modul vermittelt Methoden zur systematischen Entwicklung echter, bewertbarer Alternativen, die als vollwertige Handlungsoptionen für den Vergleich taugen.

MODUL 4: Entscheidungstechniken — Sieben Methoden für strukturierte Entscheider

Das Herzstück des Seminars: Sieben Entscheidungstechniken werden vorgestellt, geübt und in ihrer Anwendung verglichen. (1) Nutzwertanalyse: Mehrere Ziele und Kriterien werden gewichtet und für jede Alternative Teilnutzwerte berechnet, die zur Gesamtbewertung addiert werden. Stärke: macht unterschiedliche Kriterien vergleichbar. (2) Argumentenbilanz: Pro- und Contra-Argumente für jede Alternative werden gegenübergestellt und explizit gemacht. Gut geeignet für qualitative Bewertungen ohne verlässliche Kennzahlen. (3) SWOT-Analyse: Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken einer Alternative werden differenziert bewertet, besonders für die Unterscheidung sicherer und unsicherer Folgen. (4) Konsequenzentabelle: Alle Konsequenzen jeder Alternative werden in einem Tableau sichtbar gemacht, das die Optionen auf einen Blick vergleichbar macht. (5) Entscheidungsbaum: Alternativen, ihre möglichen Folgen und die Eintrittswahrscheinlichkeiten dieser Folgen werden visualisiert; Erwartungswerte ermöglichen eine quantitative Priorisierung. (6) Investitionsrechnung: Break-even-Analyse, Kapitalwertmethode, Amortisationsrechnung — Methoden für wirtschaftliche Entscheidungen mit kalkulierbaren Kosten und Erträgen. (7) Risikoanalyse: Identifikation, Bewertung und Priorisierung von Risiken einzelner Alternativen, besonders bei weitreichenden und schwer einschätzbaren Folgen.

MODUL 5: Bauchgefühl und Entscheidungsfallen

Nicht jede Entscheidung kann und sollte analytisch getroffen werden. Das Modul beleuchtet die Rolle des Bauchgefühls: Unter welchen Bedingungen ist Intuition ein verlässlicher Entscheidungskompass? Wann ist sie ein Warnsignal, das ernst genommen werden sollte, auch wenn die Analytik eine andere Richtung zeigt? Gleichzeitig werden die häufigsten Entscheidungsfallen behandelt: der Bestätigungsfehler (Confirmation Bias), der Sunk-Cost-Fehler, Gruppendenken, der Ankereffekt, übermäßige Risikoaversion und die Tendenz zur Statusquo-Präferenz. Die Teilnehmer lernen, diese Fallen in ihrem eigenen Denken zu erkennen und durch gezielte Gegenfragen oder Perspektivwechsel zu korrigieren. Abgeschlossen wird das Modul mit einem Exkurs zu Entscheidungen durchsetzen: Wie geht man mit Widerstand um? Was brauchen Menschen, um eine Entscheidung mitzutragen, auch wenn sie nicht vollständig überzeugt sind?

MODUL 6: Die Entscheidungsvorlage erstellen — Auftrag bis Präsentation

Wer in Organisationen entscheidet, muss oft nicht nur entscheiden, sondern auch vorbereiten und präsentieren. Die Entscheidungsvorlage ist das Instrument dafür. Das Modul vermittelt den vollständigen Fünf-Schritte-Prozess. (1) Auftrag besprechen: Wer hat den Auftrag erteilt? Was wird genau erwartet? Welche Form soll die Vorlage haben? Bis wann? (2) Entscheidungssituation klären: Warum muss eine Entscheidung getroffen werden? Was ist der Entscheidungsrahmen? Welche Ziele und Kriterien gelten? (3) Informationen recherchieren und strukturieren: Welche Fakten, Daten und Einschätzungen sind für die Entscheidung relevant? Wie werden Lücken gefüllt und Informationen aufbereitet? (4) Lösungsalternativen finden und bewerten: Wie werden aus der Entscheidungssituation echte Alternativen entwickelt? Wie werden Bewertungskriterien aus den Unternehmenszielen abgeleitet und zur Bewertung genutzt? (5) Vorlage schreiben und präsentieren: Wie ist eine Entscheidungsvorlage aufgebaut? Was gehört in die Zusammenfassung, die Situationsbeschreibung, den Alternativenvergleich und den Entscheidungsvorschlag? Wie wird ein Vorschlag so formuliert, dass er Entscheidern echte Orientierung gibt, ohne sie zu überfahren?

MODUL 7: Transfer — Entscheidungsvorschlag formulieren und präsentieren

Im Abschlussmodul werden alle Inhalte in einen konkreten Anwendungsfall überführt. Die Teilnehmer erarbeiten anhand eines eigenen oder vorgegebenen Falls einen vollständigen Entscheidungsvorschlag: von der Situationsbeschreibung über den strukturierten Alternativenvergleich bis zum begründeten Entscheidungsvorschlag, der sowohl für die schriftliche Vorlage als auch für die mündliche Präsentation vor einer Entscheidungsinstanz geeignet ist. Das Modul schließt mit der Frage, wie ein Entscheidungsvorschlag so kommuniziert wird, dass er gehört, verstanden und angenommen wird, auch wenn er unbequeme Empfehlungen enthält.

KI-BOOSTER (optional buchbar)

KI kann den Prozess der Entscheidungsvorbereitung und -dokumentation an mehreren Punkten erheblich beschleunigen, ohne das menschliche Urteil zu ersetzen.

Konkrete Einsatzszenarien:

  • Alternativen strukturieren und Entscheidungsmatrix aufbauen KI hilft dabei, aus einer unstrukturierten Beschreibung der Entscheidungssituation klare Alternativen zu formulieren, geeignete Bewertungskriterien abzuleiten und eine Nutzwertanalyse oder Konsequenzentabelle vorzubereiten, die als Grundlage für die weitere Bewertung dient.
  • Entscheidungsvorlagen formulieren und aufbereiten KI erstellt auf Basis der erarbeiteten Inhalte einen vollständigen Entwurf der Entscheidungsvorlage, strukturiert die Situationsbeschreibung, formuliert den Alternativenvergleich in klarer Sprache und schlägt eine Präsentationsstruktur vor, die auf die jeweilige Zielgruppe (Geschäftsführung, Gremium, Auftraggeber) abgestimmt ist.
  • Entscheidungsfallen erkennen und reflektieren KI kann eine bestehende Entscheidungsvorlage oder Argumentation auf typische kognitive Verzerrungen prüfen: Wird die Gegenposition fair dargestellt? Wurden echte Alternativen entwickelt oder nur eine bevorzugte Option rationalisiert? Gibt es Lücken in der Informationsbasis, die das Ergebnis verzerren könnten?
  • Szenarien und Risikoanalysen erstellen Für komplexe Entscheidungssituationen erstellt KI auf Basis der beschriebenen Alternativen und ihrer möglichen Folgen strukturierte Szenarien mit Best-Case-, Base-Case- und Worst-Case-Annahmen sowie eine Risikoübersicht, die als Grundlage für den Entscheidungsbaum oder die Risikoanalyse genutzt werden kann.

Was KI dabei nicht ersetzt: das Urteilsvermögen und die Erfahrung der entscheidenden Person, die politische Einschätzung von Stakeholder-Interessen, die ethische Bewertung von Konsequenzen und die Führungsstärke, eine getroffene Entscheidung auch gegen Widerstand durchzusetzen. KI optimiert Struktur, Formulierung und Dokumentation.

FORMAT UND ABLAUF

Das Seminar folgt dem didaktischen Standard der Früchtling Consulting Performance Academy (ARIVA-Methode): Jedes Modul beginnt mit einer realen Entscheidungssituation aus dem Führungsalltag der Teilnehmer. Methoden werden an konkreten Beispielen angewendet und verglichen. Am Ende haben alle Teilnehmer einen eigenen Entscheidungsfall vollständig bearbeitet und eine strukturierte Entscheidungsvorlage erstellt, die sie direkt in ihrer Organisation einsetzen können.

Inbegriffen — direkt einsetzbare Vorlagen und Werkzeuge:

  • Checkliste: Was vor einer Entscheidung zu klären ist
  • Nutzwertanalyse (Tabelle mit Gewichtungs- und Bewertungslogik)
  • Argumentenbilanz (Vorlage Pro/Contra für mehrere Alternativen)
  • Entscheidungsbaum (Visualisierungsvorlage mit Erwartungswertberechnung)
  • Konsequenzentabelle (Vergleichsübersicht für Entscheidungsoptionen)
  • Vorlage: Entscheidungsvorlage (vollständige Dokumentstruktur)
  • Checkliste: Entscheidungsvorschlag formulieren und präsentieren
  • Übersicht: Die häufigsten Entscheidungsfallen mit Gegenfragen

Empfohlene Gruppengröße: 4 bis 12 Personen Dauer: 8,5 Stunden Netto-Schulungszeit (Pausen nicht eingerechnet)

BUCHUNG UND KONTAKT

Alle Trainings der Sales Architecture 360° sind als Inhouse-Schulung buchbar. KI-Booster auf Anfrage zubuchbar.

Früchtling Consulting | Hamburg Buchung@fruechtling-consulting.de www.fruechtling-consulting.de

Buchung & Termine

845,- €brutto pro Teilnehmer

entspricht 710,08 € netto zzgl. 19 % MwSt. (134,92 €)

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3–8 Teilnehmende · 1 Tag
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